
Ein wundervolles Buch - Ich habe das Buch übers Wocheende gelesen und kann nichts weiter sagen als:Welch ein wundervolles Buch, ein unglaubliches Sprachkunstwerk eines einfühlsamen Autors. Bisher das beste, was ich von Zweig gelesen haben.Eine Sprache, wie Musik. Leider gibts nur 5 Sterne, aber 10 wären auch Ok.Das sagt natürlich nichts über die historische Genauigkeit aus, da wäre es sinnvoll auch andere Quellen hinzuzuziehen.
Stefan Zweig in seinem Element - Stefan Zweig hat sich Zeit seines Lebens mit psychologischen Strukturen und Charakterinterpretationen beschäftigt.Die Biographie der Rokkokokönigin ist, neben vielen anderen Werken Zweigs, ein solches Ergebnis seiner Chrakterstudien.Das Buch nimmt außerst gefühlvoll Teil am tragischen Leben und Lebensende der Marie-Amtionette und verbindet gekonnt den Fluss eines Romans mit historischen Fakten.Die Leichtigkeit des Textflusses ermöglicht es jedem Leser, die Fakten der Biographie ohne Probleme aufzunehmen und erzeugt dadurch besondere Freude am Lesen dieses Buches.Das Bildnis eines mittleren Chrakters zählt zweifelsohne zu einer der literarisch gelungendsten Biographien, die ich je gelesen habe und deshalb mein Fazit:Legt euch dieses Buch zu, es ist sein Geld mehr als wert.
GRAUENHAFT! - Seit Jahren beschäftige ich mit der Königin und habe einige Bücher über sie gelesen. Ich hörte nur Gutes über das Werk, daher entschloss ich mich auch dieses mal zu lesen. Ich habe noch nie so lange für ein Marie Antoinette Buch gebraucht, da ich mich regelrecht durchquälte!Dieses Werk ist einfach eine Zumutung! Es ist unstrukturiert, gesegnet mit hobbipsychologischen Aspekten und einen Schreibstil, der den Zeilenlange Bandwurmsätze und etliche, langen Metaphern darbietet, wobei ich den Eindruck erhielt, dass Zweig bloß seine Eloquenz beweisen wollte.Es ist überholt und streute den Mythos, dass Marie Antoinette und ihr Gemahl erst nach 7 Jahren Ehe Sex hatten, was leider von einigen Autoren übernommen wurde. Vincent Cronin räumt in seiner Doppelbiographie über Marie Antoinette und Ludwig XVI. mit diesen Mythos auf, belegt ihn sogar mit einen Brief Marie Antoinettes an ihre Mutter.Hätte ich dieses Buch zu erst über die Königin gelesen, wäre ich weiß Gott keiner ihrer Sympathisantinnen geworden! Viele Menschen, die sich ebenfalls intesiv mit Marie Antoinette beschäftigen, empfinden ähnlich über dieses Buch.Ich kann nur jeden von diesm Buch ABRATEN!
Zwischen Biographie und historischem Roman - Einst hatte Stefan Zweig gesagt, er hätte deshalb begonnen eine Biographie über Marie Antoinette zu schreiben, da sich ihm der Roman verweigert hätte. Dabei hat der Leser seines Werks über die französische Königin häufig den Eindruck, als wäre dies nur die halbe Wahrheit. Großartig recherchiert und zweifelsfrei informativ ist es durchaus zu dem Genre der Biographien zu zählen. Andererseits vermittelt die fließende und teils blumige Schreibweise das Gefühl einen historischen Roman in Händen zu halten. Schon von der ersten Seite an wird man in das Geschehen hineingerissen und hat das Leben Marie Antoinettes so deutlich vor Augen als wäre man selbst Zeuge jener Epoche gewesen. Man fiebert mit den diversen Charakteren mit, mal empfindet man Sympathie, mal Mitleid mit der Protagonistin, manchmal sogar Wut über ihre Unvernunft. Auch die Enttäuschung des Volkes ist ebenso präsent wie die Sorge Maria Theresias um ihre Tochter. Der Leser begleitet Marie Antoinette auf ihrer Reise von Österreich nach Frankreich, er erlebt ihre Unsicherheit angesichts der fremden Umgebung, folgt ihr schließlich in ihren ausschweifenden Lebensstil als französische Königin und letztlich in ihr Leiden in Gefangenschaft, das sie endlich aus der Mittelmäßigkeit hervorhebt. Stefan Zweig zeichnet ein differenziertes und facettenreiches Bild der stolzen Habsburgerin. Er kritisiert ohne anzuklagen, er sympathisiert ohne zu glorifizieren um auf höchst psychologische Art Marie Antoinettes Verhalten zu beleuchten. Es fällt wirklich schwer sich von diesem Buch loszureißen. Allen die Interesse am Leben Marie Antoinettes haben oder sich allgemein für Geschichte interessieren, kann ich es nur wärmstens empfehlen. Selbstverständlich äußert Zweig häufig sehr subjektive Vermutungen, diese sind aber stets schlüssig begründet und hauchen den historischen Persönlichkeiten Leben ein. Durch seine Ausführlichkeit bietet es zudem viele spannende Lesestunden. Wirklich ein sehr gelungenes Buch!
Hervorragendes Portrait - Bis ins Kleinste recherchiert, sehr akribisch setzt sich Stefan Zweig mit der Seele, dem Charakter von Marie-Antoinette auseinander. Dabei versucht er mit viel Einfühlungsvermögen und psychologischem Scharfsinn die leeren (nicht überlieferten) Stellen mit seinen Überlegungen zu füllen. Darüber kann man natürlich geteilter Meinung sein - für meinen Teil waren seine Überlegungen nachvollziehbar. Empfehlenswert.